Heizungsförderung

Warum immer mehr Hausbesitzer jetzt ihre Heizung tauschen

Vielen Eigentümern ist nicht bewusst, wie hoch die staatlichen Zuschüsse für den Umstieg auf eine Wärmepumpe inzwischen sind. Eine aktuelle Regelung macht den Wechsel so erschwinglich wie noch nie.

Von der Wochenendjournal-Redaktion · 5 Min. Lesezeit · Mai 2026
Moderne Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus
Symbolbild einer modernen Wärmepumpe

Bei der KfW-Bank stapeln sich seit Jahresbeginn die Anträge. Was nach trockener Verwaltung klingt, hat sich binnen weniger Monate zu einem der gefragtesten Förderprogramme entwickelt: Eigentümerinnen und Eigentümer in ganz Deutschland ersetzen ihre alten Gas- und Ölkessel durch Wärmepumpen – und der Staat beteiligt sich an einem erheblichen Teil der Kosten.

Hintergrund ist das seit 2024 geltende Gebäudeenergiegesetz. Es schreibt vor, dass neue Heizungen schrittweise mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Parallel dazu wurden die Zuschüsse so deutlich aufgestockt, dass ein moderner Heizungstausch häufig günstiger ist als die Reparatur einer alten Anlage. Wer früh handelt, kann sich bis zu 70 Prozent der Investition fördern lassen.

„Die meisten Eigentümer unterschätzen, wie viel Geld ihnen tatsächlich zusteht. Sie rechnen mit zwanzig oder dreißig Prozent – und sind dann erstaunt, was am Ende möglich ist."

Die Förderung besteht aus mehreren Bausteinen: einer Grundförderung von 30 Prozent, einem Einkommensbonus von bis zu 30 Prozent für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen unter 40.000 Euro sowie einem Klima-Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent für alle, die ihren Heizungstausch vor 2028 umsetzen. Kombinierbar sind diese Posten allerdings nur bis zur gesetzlichen Obergrenze von 70 Prozent.

70 %
Maximale Förderquote
30k
Förderfähige Kosten
2028
Geschwindigkeitsbonus bis

Entscheidend ist die richtige Reihenfolge: Der Förderantrag muss gestellt sein, bevor der Handwerker beauftragt wird. Wer hier zu früh unterschreibt, verliert in der Regel den Anspruch. Regionale Energieberater helfen bei der Antragstellung und sorgen dafür, dass alle in Frage kommenden Boni ausgeschöpft werden.

Auch langfristig zahlt sich der Wechsel aus. Eine moderne Wärmepumpe arbeitet bei passender Auslegung drei- bis fünfmal effizienter als ein Gasbrenner. Bei den derzeitigen Energiepreisen ist die Investition häufig nach sechs bis acht Jahren wieder eingespielt – mit voller Förderung sogar deutlich früher.

Allerdings braucht es Geduld: Die KfW meldet aktuell Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen, und die Fördertöpfe sind jährlich gedeckelt. Branchenkenner raten deshalb, den Antrag so früh wie möglich einzureichen – die Nachfrage steigt weiter.

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„Wer eine Heizung betreibt, die älter als 15 Jahre ist, sollte sich jetzt beraten lassen", fasst ein erfahrener Energieberater die Lage zusammen. „Die Kombination aus hoher Förderung und steigenden CO₂-Abgaben macht den Umstieg derzeit besonders attraktiv."

Häufige Fragen

Wer hat überhaupt Anspruch auf die Förderung?

Grundsätzlich alle Eigentümer von Wohngebäuden in Deutschland, die eine bestehende Heizung gegen eine Wärmepumpe austauschen. Auch Vermieter und Eigentümergemeinschaften können Anträge stellen. Den zusätzlichen Einkommensbonus erhalten selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro im Jahr.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Aktuell bearbeitet die KfW Anträge meist innerhalb von vier bis acht Wochen. Nach der Zusage bleiben in der Regel 36 Monate Zeit, um die Maßnahme umzusetzen. Ausgezahlt wird, sobald die Installation abgeschlossen und die Rechnungen eingereicht sind.

Was kostet eine Wärmepumpe ohne Förderung?

Inklusive Installation liegen die Gesamtkosten je nach Gebäude und Systemtyp zwischen rund 15.000 und 35.000 Euro. Mit der maximalen Förderung von 70 Prozent reduziert sich der Eigenanteil entsprechend auf etwa 4.500 bis 10.500 Euro. Der Förder-Check liefert eine erste Einschätzung für Ihre Situation.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?

Ja. Moderne Geräte erreichen auch in älteren Gebäuden ohne Fußbodenheizung ausreichend hohe Vorlauftemperaturen. Eine Vor-Ort-Beratung klärt, ob ergänzende Maßnahmen wie zusätzliche Dämmung sinnvoll sind. In vielen Fällen ist der Umstieg aber auch ohne bauliche Veränderungen problemlos möglich.

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